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Über die Vorfreude

6. Sept.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 16. Sept.

Es begann schon damit, dass frau sich mehr als 9 Monate davor entscheiden musste, an diesem Ereignis teilzunehmen. Dieser besondere Anlass erforderte einiges an Organisatorischem, und die lange Vorbereitungszeit war gerade recht.


Der Termin stand auch für 2026 lange im Vorhinein fest: Der Wiener Opernball (= das Original) findet jedes Jahr am letzten Donnerstag im Fasching statt. Für die Karten musste ich an einer Online-Verlosung teilnehmen, zu der ab Anfang Mai 2025 der Zugang freigeschaltet war, inklusive Auswahl der Karten (nur 'Eintrittskarte' oder auch 'Zuschauerkarte' oder sogar 'mit Sitzplatz').

Im Anschluss begann eine längere Phase des Hoffens, um möglicherweise zu den ausgewählten Personen zu gehören.

Diese Wartezeit (Mai bis Oktober) verbrachte ich mit motivierendem Austausch mit meiner Ballbegleitung, einer Freundin aus der Steiermark: Dazu zählten erste Überlegungen zum Outfit sowie die Frage, wie viele Tage Urlaub zu nehmen waren.

Leider, leider wurde ich im Oktober per E-Mail informiert, dass ich nicht gezogen wurde. Wenn ich wollte, würde ich auf eine Warteliste für Restkarten gesetzt werden, die 2 Tage vor dem Termin (also am 10.2.2026) verlost werden. Diese Chance wurde auch genutzt. Also wieder warten und hoffen.

Die Monate vergingen, das Outfit wurde festgelegt, unsere Urlaubstage waren genehmigt.

Bis 12 Uhr am 10.2.2026 hatte ich keine E-Mail mit positiver Nachricht erhalten. Also musste eine andere Alternative her: Wo wendet frau sich hin, wenn sie was haben will – klar, „WILLHABEN“ scheint die Lösung. Und tatsächlich, hier wurden mehrere Karten angeboten: von privat, mit saftigen Aufschlägen.

Ein Anbieter wurde kontaktiert: Wir einigten uns auf eine Übergabe um 16:30 Uhr vor der Karlskirche. Die Mittagspause nutzte ich, um das Bargeld zu besorgen (immerhin wollte der Anbieter € 1.300 für 2 Eintrittskarten – ohne Sitzplatz und ohne Zuschauerkarte für die Eröffnung –, also mehr als das Doppelte vom Originalpreis).

In den frühen Nachmittagsstunden ließ mich ein ungutes Gefühl nicht los: Was, wenn das ein Betrüger wäre und gefälschte Karten verhökern würde? Wer von meinen Freunden könnte mich begleiten und heimlich Fotos von der Übergabe machen? So kurzfristig – wohl keiner/keine.

Um 16:00 Uhr klickte ich nochmals auf die offizielle Opernball-Website, und siehe da, was für eine Überraschung: Hier wurden doch tatsächlich Restkarten angeboten. Die angeführte Telefonnummer war schnell gewählt. Eine sehr freundliche Dame am anderen Ende der Leitung erklärte mir die Bedingungen: Restkarten gibt es nur, wenn auch Zuschauerkarten oder Sitzplatzkarten gekauft werden. Und wenn schon – was kostet die Welt! Anzahl (jeweils 2) und Kategorie waren schnell ausgewählt. Die Zahlungsformalitäten waren überraschend schnell erledigt: „Sind Sie bei uns registriert?“ Nachdem ich ihr erklärte, dass ich vor 12 (zwölf!!!) Jahren schon einmal Karten für den Opernball gekauft und ihr den Namen gesagt hatte, wurde sofort alles im System gefunden.

Schnell noch eine Kreditkartennummer angegeben und die gewünschten zusätzlichen Infos übermittelt, schon waren 2 Eintrittskarten und 2 Zuschauerkarten (Sitzplatz Galerie für die Eröffnung) für mich zur Abholung im Opernballkartenbüro hinterlegt. Was für eine Freude!

Dem geldgierigen Typen von WILLHABEN sagte ich 15 Minuten vor dem Treffpunkt mit der Begründung, die Karten wären mir doch zu teuer, ab. Er versuchte es noch mit der Frage „Wie viel wären Sie bereit zu zahlen?“ – darauf reagierte ich gar nicht mehr.

Eine Stunde später wurde ich im Kartenbüro in der Oper (Seiteneingang) vorstellig. An drei Schaltern wurden Restkarten ausgegeben – alles war bereits so dekoriert, wie dann auch die Oper: dunkelroter Blumenschmuck, gediegenes Ambiente – ein harmonischer Gesamteindruck. Es herrschte eine sehr positive und elegante Atmosphäre. Ich bekam auf meine Frage hin alles in zweifacher Ausfertigung: Opernballbuch, Billet mit den Karten, den Falstaff, die A4-Seite mit den Hinweisen, was am Ball alles zu beachten wäre (A4 – vollbeschrieben!).

Glücklich und voller Vorfreude verließ ich die Oper. Draußen traf ich mit den Schäferhunden und der Exekutive zusammen, die das Operngebäude auf Sprengstoff und anderes untersuchten.

Kurz überlegte ich, ob mich das jetzt eher beruhigte oder doch nervöser machte, als ich eh schon war? Ich entschied mich für Ersteres. Machte ein Foto der Oper mit dem roten Vorbau auf der Vorderseite am Ring und sendete es sofort an meine Ballbegleitung: „Wir sind dabei!“



 
 
 

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